Warum schotten sich Personalabteilungen ab?

Felix´s Impulse 114/ 2022

Nahezu jedes Unternehmen, jede Branche in Deutschland klagt über Fachkräftemangel. Das ist für die betroffenen Unternehmen ebenso wie für den Standort Deutschland mittelfristig wirtschaftlich nicht tragbar. Was wäre, wenn auch hausgemachte Probleme zu diesem Mangel beitragen würden? Ich behaupte es gibt etliche, rund zwei handvoll! Diese erkennen und beheben (wollen) kann zumindest von inne heraus dafür sorgen, dass für Abhilfe gesorgt wird. In diesem und weiteren Blogbeiträge stelle ich Lösungsansätze vor.

Im Recruitment habe ich Land auf, Land ab mit den unterschiedlichsten Personalabteilungen zu tun, wenn ich für meine Kunden auf Stellensuche gehe. Was ich immer wieder feststelle: Weder in den Stellenausschreibungen gibt es einen Ansprechpartner mit einer persönlichen Mailadresse und/ oder Telefonnummer (beides für Rückfragen), noch schön anonym, oder? Wie abgeschottet ist deine Personalabteilung? Agieren deine Personaler aus einer Unternehmensfestung heraus?

Gibt es hier etwas zu verbergen? Nein, aber dennoch sieht die Welt aus Sicht eines Bewerbers bei 30 – 50% der möglichen Arbeitgeber so aus. Wem der zukünftige Mitarbeiter lästig ist, schottet sich ab. Warum? Haben die Mitarbeiter keinen Zeit, um mit dem zukünftigen Kollegen zu sprechen? Sollen sie das vielleicht auch nicht? Wie wichtig ist ein Mitarbeiter, wenn er in der Kontaktphase ein seelenloses Unternehmen als Arbeitgeber hat? Fehlen „nur“ die notwendigen Prozesse für mehr Nähe, Persönlichkeit und Transparenz?

Wieviel Zeit investieren Sie in die Auswahl einer Maschine und wieviel in die eines Mitarbeiters“, fragt Jim Collins in seinem Bestseller „Der Weg zu den Besten“.

Möglicherweise warst du als Führungskraft, als Personaler selber auch schon in der Situation in deinem Bewerbungsprozess. Hast du dich dennoch beworben oder dich für ein offenes, transparentes Unternehmen entschieden, was nahbarer daher kam? Im Grunde müsste das jeder Bewerber so machen.

Wer schon mal über ein Partnerportal den Mann oder die Frau fürs Leben oder zumindest für eine Zeit X gesucht hat, weiß wovon ich rede. Ich vermute mal, dass Vermittlungsvorschläge ohne Bild nicht wirklich sexy wirkten. Wer will schon die Katze im Sack kaufen? Nach dem Sehen kommt dann noch das Hören, usw. Kennenlernen mit allen Sinnen sorgt für Emotionen. Ein Foto sorgt für Sympathie, trägt zur Offenheit bei und weckt Vertrauen. Ist das bei einem zukünftigen beruflichen Lebensabschnittsgefährten – dem neuen Mitarbeiter – anders? Nein. Warum dann abschotten?

Es geht auch offen!

Elobau, ein familiengeführtes Stiftungsunternehmen und führender Hersteller für berührungslose Sensortechnik, ist nicht nur auf Grund seiner Gemeinwohlorientierung ein Paradebeispiel, sondern wegen der Art und Weise wie Mitarbeiter in den Mittelgrund gestellt werden, auch zukünftige (https://www.elobau.com/de/karriere/mitarbeiterstories/). Die oftmals gescholtene Deutsche Bahn ist ein positives Beispiel, wie sich ein Arbeitgeber nahbar und persönlich seinen zukünftigen Mitarbeitern vorstellen kann, wie er sie anspricht und auch gerne in den Dialog einsteigt. Einfach mal reinschnuppern.

Eine von vielen Lösungsansätzen, sozusagen ein Mosaiksteinchen von vielen, beim aktiven Angehen des Fachkräftemangels von innen heraus, ist die gewollte Transparenz, Nahbarkeit und Offenheit nach außen zu den unterschiedlichen Stakeholdern. Dazu gehören Bilder u.a. der Geschäftsleitung, der Presseabteilung und auch der Personalabteilung, jeweils mit Namen, Mailadresse und Telefonnummer. Es sollte natürlich auch die betreffende Person oder ein Vertreter erreichbar sein. Das macht, wie im Privaten, ein Unternehmen sympathisch – Bilder vermitteln Emotionen und sorgen für gefühlte Nähe. Hier kann das positive Kopfkino beginnen.

Noch stimmiger, weil persönlich, wirken Videointerviews von Mitarbeitern, die erzählen warum sie in dem Unternehmen arbeiten und wie das Miteinander ist. Klar Geschäftsleitung, Führungskräfte und Mitarbeiter müssen das wollen. Bei den gemachten Vorschlägen trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Es wird ablesbar, zumindest interpretierbar, ob Werte gelebt werden und welche.

Um es mit Le Corbusier zu sagen: „Das Äußere ist Resultat des Inneren“.

Wundervolle Impulse für die nächste Woche.

Bleibe inspiriert.

Holger

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